Terrarienbeleuchtung

Aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Leuchtmitteln und Beleuchtungsmöglichkeiten, soll dieser Ratgeber bei der Wahl der richtigen Beleuchtung helfen.

 

Die optimale Kombination

Während bei den meisten Amphibien und Wirbellosen eine Grundbeleuchtung aus Röhren reicht, ist für tagaktive Reptilien und Schildkröten eine Kombination mit UVB und Wärme notwendig. Bei diesen Tieren gilt auch im Allgemeinen: das Terrarium kann nicht hell genug sein. Je mehr Licht desto besser. Im Interesse der Tiere sollte man nicht geizen. In der Natur haben sie eine Helligkeit von über 100.000 lux. Mit einer UV Röhre und einem Wärmestrahler kommt man nicht mal auf 5.000 lux. Schatten hat mit 10.000 lux mehr Helligkeit!

 

Grundbeleuchtung

Die Terrarienbeleuchtung setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die Grundbeleuchtung entspricht dem Tageslicht, man benötigt sie in jedem Terrarium egal ob Echsen, Schlangen, Schildkröten oder Amphibien gehalten werden. Am besten verwendet man hierfür Leuchtstoffröhren mit Tageslicht-Spektrum. Die T5 Röhren bieten bei ähnlicher Länge eine 50 % höhere Lichtausbeute als herkömmliche T8 Röhren. Eine geeignete T5 Röhre wäre z. B. die Arcadia D3+ Wüstenreptilien, bei T8 Röhren kommt vor allem Arcadia Natural Sunlight in Frage. UV Röhren alleine eignen sich nicht als Grundbeleuchtung, da sie 40 % dunkler sind. Auf einen Reflektor sollte nicht verzichtet werden, da er die Lichtausbeute um 100 % erhöht. Für größere Terrarien eignen sich auch lichtstarke Metalldampflampen (HQI) besonders gut. Glühbirnen sind sehr ineffizient und haben ein schlechtes Spektrum. Sie sollten nicht als Grundbeleuchtung verwendet werden.

 

Wärmelampen

Viele Reptilien benötigen warme Sonnenpunkte, an denen sie Wärme tanken können. Hier sind grundsätzlich die vielen unterschiedlichen Spotstrahler und Glühbirnen geeignet. Effizienter und leistungsfähiger sind jedoch Halogenstrahler. Durch die sehr effektiven integrierten Reflektoren werden Licht und Wärme besser gebündelt, so dass niedrigere Wattstärken ausreichen, um die gleichen Temperaturen wie bei normalen Spotstrahlern zu erzielen. Ein 75 W Halogenspot ist ungefähr vergleichbar mit einem Basking Spot 100 W. Der höhere Anschaffungspreis gleicht sich durch eine längere Lebenserwartung und niedrigere Stromkosten aus.

 

UV Licht

UV-B-Strahlung ermöglicht den Tieren selbst Vitamin D3 zu produzieren, was für den Knochenstoffwechsel wichtig ist. Lampen, die nur UV-A abgeben, sind hierfür ungeeignet, sogar schädlich. Es gibt UV-B Lampen als Röhre, Energiesparlampe und als Strahler. Generell ist es wichtig, dass UV Lampen im Terrarium installiert werden, da Glas UV-B herausfiltert. UV Röhren haben eine Einsatzreichweite von maximal 20 cm und sind damit nicht für alle Terrarien geeignet. Energiesparlampen passen in normale E27 Fassungen und haben eine etwas bessere UV Leistung und Reichweite, da die Strahlung über eine geringere Fläche gestreut wird. Für sonnenliebende Reptilien wie z. B. Bartagamen oder Landschildkröten empfehlen wir als Zusatzbestrahlung die Osram Ultra-Vitalux, um den UV-B Bedarf Ihres Tieres zu decken. Bei den UV Lampen sind die Dragon All-In-Sets  besonders erwähnenswert. Diese Metalldampflampen bieten noch höhere UV und Lichtleistung als die bisher üblichen Mischlichtstrahler, sie haben aber geringere Wattstärken, so dass sie auch in kleineren Terrarien eingesetzt werden können. Außerdem haben sie eine bis zu fünfmal höhere Lichtleistung, welche ebenso wichtig für das Wohlbefinden der Tiere ist.

 

LED Beleuchtung

Wer kennt nicht das Problem: UV-Lampen und Wärmelampen produzieren soviel Hitze, wie der Pflegling braucht. Und womit beleuchte ich die Pflanzen? Glühlampen verbieten sich von allein, da die Hitzeentwicklung 95 % der Gesamtenergiemenge ausmacht. Bei Leuchtstofflampen sieht das Verhältnis schon deutlich besser aus, aber hohe Wärmeabgabe und fast immer feuchtraumungeeignete Fassungen schränken die Möglichkeit des Benutzers stark ein. Abhilfe für dieses Problem schafft der Einsatz von LED Lampen. Die meisten LEDs sind zumindest feucht­raumgeschützt, wenn nicht sogar wasser­dicht. Einem Einsatz innerhalb des Terrariums steht also nichts im Wege. Die flachen Streifen unter dem Terrariendach befestigt, fallen dem Betrachter fast nicht ins Auge. Die Spektren der LEDs wurden so ausgewählt, dass sie für hervorragendes Pflanzenwachstum bestens geeignet sind. Das Beste zum Schluss: Mit LED Lampen

werden mindestens 50 % der Energie gegenüber einer gleich langen Leuchstofflampe eingespart.

 

Was eine LED nicht macht

Sie entwickelt nur sehr wenig Wärme und gibt keinerlei UV-B Strahlung ab. Es gib zwar UV-B LEDs, diese sind aber gerade am Anfang ihrer Entwicklung und damit exorbitant teuer, sodass ein Einsatz in der Terraristik zur Zeit nicht möglich ist.

 

LED als Nachtlicht

Will man nachtaktive Tiere bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten empfiehlt sich der Einsatz blauer LED Lampen. Diese Frequenzen sind für die meisten Tiere nicht wahrnehmbar. Aber Achtung: Pflanzen nehmen dieses blaue Licht sehr wohl wahr und werden zum Längenwachstum angeregt. Das heißt, sie „vergeilen“. Deshalb sollten die blauen Lampen abgeschaltet werden, wenn niemand mehr das Terrarium betrachten möchte.

 

In Kombination mit Tageslichtröhren, oder LEDs lassen sich Lichtbedingungen ähnlich der Natur erzielen. Jede Tierart hat aber ihren speziellen UVB-Bedarf. Tiere, die in der Natur versteckter leben oder nachtaktiv sind, haben einen geringeren UVB-Bedarf als Tagaktive. Daher, und weil Beleuchtung auch immer von der Terrariengröße abhängt, kann hier keine allgemeingültige Beleuchtungsvariante angegeben werden. Wir beraten Sie gerne artspezifisch in unserer Terraristikabteilung unter der Telefonnummer: 0203 45045-600.