Bartagamen

Bartagamen sind unkomplizierte und freundliche Tiere, die bei Terrarianern sehr beliebt sind. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Grundlagen der Bartagamenhaltung.

 

Herkunft

Bartagamen stammen aus dem Südwesten Australiens und leben dort in Steppengebieten. Es gibt acht verschiedene Bartagamenarten, wobei Pogona vitticeps und Pogona henrylawsoni, die wohl am häufigsten im Handel zu erwerbenden Arten sind. Alle Bart­agamen, die Sie im Zoofachhandel erwerben können, sind Nachzuchten. Der Import und Verkauf von Wildfängen ist seit vielen Jahren strengstens verboten. Die Wüstenechsen tragen den Namen Bartagame, weil sie bei Gefahr oder wenn sie sich bedroht fühlen ihren Kehlsack aufstellen und dunkel färben. Der aufgestellte Kehlsack wirkt wie ein Bart.

 

Haltung

Bartagamen lassen sich gut einzeln halten, da sie auch in der Natur nur zur Paarung zusammen kommen. Wer aber ein großes Terrarium (ab 2 m Kantenlänge) besitzt, kann auch 1 Männchen und mehrere Weibchen halten. Pärchenhaltung von einem Männchen und einem Weibchen ist ungeeignet, da das Männchen das Weibchen während der Paarungszeit zu sehr stresst. Die Haltung von mehreren Männchen ist nicht möglich, da sich diese bis aufs Blut bekämpfen. Mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife entwickeln Männchen Territorien und die Revierkämpfe bedeuten Dauerstress für die Tiere.

 

Terrariengröße

Die ausgewachsene Bartagame hat eine Größe von ca. 50 cm, die Zwergbartagame wird bis zu 30 cm groß. Für ein Tier dieser Größe benötigen Sie ein Terrarium mit einer Mindestgröße von L120 x H60 x T60 cm. Wobei größere Terrarien immer von Vorteil sind.

 

Terrarieneinrichtung

Da der natürliche Lebensraum der Bartagamen die Steppe ist, sollte der Bodengrund in Ihrem Terrarium sandig-lehmig sein. Wir bieten Ihnen fertige Mischungen und spezielle Terrariensande  in unterschiedlichen Farben und Körnungen an. Bartagamen klettern gerne. Richten Sie das Terrarium also so ein, dass die Tiere ihrem natürlichen Bewegungsbedarf nachkommen können. Weinreben, Holz und Steine bieten tolle Klettermöglichkeiten. Echte Pflanzen sind in Bartagamenterrarien immer schwierig zu halten, da die Tiere sie fressen würden. Eine Ausnahme bietet die Futterpflanze, die auch gerne von den Bartagamen gefressen wird. Tillandsien können auch zur Dekoration in Wüstenterrarien verwendet werden, sollten aber aus der Reichweite der Tiere sein, damit diese nicht komplett gefressen werden. Wer aber auf Wüstenambiente nicht verzichten möchte, kann auf Kunststoffpflanzen zurückgreifen. Diese kann man kaum noch von echten Pflanzen unterscheiden.

 

Terrarienbeleuchtung

Wir empfehlen Ihnen eine Kombination aus T5 Leuchtstoffröhren oder die neuen energiesparenden LED-Leuchtbalken als Grundbeleuchtung und einen hochwertigen HID-Strahler mit Vorschaltgerät. Die HID-Strahler geben Wärme und UV-Strahlung ab, des weiteren sind diese Strahler sehr hell, was den Wüstentieren zu Gute kommt. Mit Hilfe von Spotstrahlern können Sie Plätze schaffen, an denen sich die Tiere aufheizen können. Dieses Aufheizen ist für die wechselwarmen Reptilien unbedingt notwendig, um die körperliche Aktivität zu steigern. Die Temperaturen unter dem Spotstrahler sollten zwischen 40 – 45 °C liegen. Die Temperatur im restlichen Terrarium sollte zwischen 26 – 30 °C liegen. Eine zusätzliche Beleuchtung mit der Osram Ultra Vitalux 300 Watt, kann das Wohlbefinden Ihrer Tiere steigern. Bitte beachten Sie dabei den Mindestabstand von 70 cm zum Tier. Die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Wüstenterrarium sollte tagsüber zwischen 30 – 40 % und nachts bei 60 % liegen. Die Tiere besprüht man täglich mit ein wenig Wasser, dafür eignet sich ein Pumpsprüher besonders gut. Achten Sie darauf, dass die Tiere nur soweit besprüht werden, dass diese auch schnell wieder trocknen.

 

Ernährung

Der Speiseplan Ihrer Bartagamen sieht relativ abwechslungsreich aus. Ausgewachsenen Tieren bietet man 2 – 3 mal die Woche  einige wenige lebende Futterinsekten wie Heuschrecken oder Grillen an. Jungtiere dagegen werden täglich mit Insekten gefüttert. Grünkost in Form von Salat, Kräutern, Löwenzahn, Klee usw. gehören ebenfalls zum Futterangebot, welches ständig angeboten werden soll. Wir bieten Ihnen zusätzlich spezielles Bartagamen-Trockenfutter an, das auf die Nahrungsbedürfnisse Ihrer Tiere abgestimmt ist. Stellen Sie Ihren Tieren immer ausreichend Flüssigkeit in einer Wasserschale zur Verfügung.

 

Vitamine und Mineralien

Eine zu vermeidende aber bei nicht artgerechter Haltung von Reptilien leider häufig auftretende Krankheit ist die Rachitis. Sie entsteht durch Mangel an Vitamin D3, unzureichender Calciumversorgung, falschem Calcium-Phosphor-Verhältnis oder Mangel an UVB-Licht (siehe Terrarienbeleuchtung). Bei dieser Erkrankung werden die Knochen entmineralisiert und weich. Verabreichen Sie Ihren Tieren also zusätzliche Vitamine und Calcium. Sie können die Vitamine und Mineralien über das Futter zuführen, indem Sie es untermischen oder die Futtertiere von bestäuben sowie geriebene Sepiaschale anbieten.