Wasserpflanzen

Zu einem optimal funktionierenden Aquarium gehören gesunde und gut wachsende Aquarien­pflanzen. Hierauf wollen wir gleich zu Beginn dieses Ratgebers hinweisen. Leider werden Pflanzen häufig immer noch als Dekorationsmaterial angesehen, das „irgendwie“ dazugehört.

 

Wasserwerte

Die tatsächlichen Leistungen der Pflanzen sind unglaublich vielfältig und zwingend notwendig für ein funktionierendes Aqua-System. Natürlich sollte das Wasser sauber und frei von Schadstoffen sein, damit die Lebens­umstände für Pflanzen und Fische optimal sind. Die hier empfohlenen Wasserwerte sind Richtwerte für ein „normales“ Gesellschaftsaquarium. Die Wasserwerte können Sie schnell mit Test-Sets bestimmen.

 

Heizung

Um den Pflanzen eine optimale Nährstoffversorgung zukommen zu lassen, empfiehlt sich ein Bodenfluter. Dieser sollte möglichst leistungsschwach sein und ein sehr langes Kabel haben, damit die Wärmeenergie auf eine möglichst große Fläche verteilt wird. Das Wasser zirkuliert durch den Bodengrund und die Pflanzenwurzeln werden immer gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Der Bodengrund wird zu einem Biofilter mit riesiger Oberfläche.

 

Licht

Da die meisten von uns gepflegten Aquarien­bewohner aus hellen tropischen Regionen stammen und in vergleichsweise dunklen Wohnungen stehen, muss zusätzlich beleuchtet werden. Es stehen uns eine Vielzahl von Beleuchtungssystemen zur Verfügung, so dass alle Wünsche von Pflegling und Pfleger erfüllt werden können. Wir empfehlen eine Tageslichtlänge von ca. 9 Stunden. Bei längeren Beleuchtungszeiten ist die Gefahr der Algenbildung zu groß. Eine Zeitschaltuhr bringt den nötigen konstanten Rhythmus. Als groben Richtwert für die Beleuchtungsstärke in einem Süßwasser­aquarium kann man 0,3 – 1,0 Watt pro Liter Aquarienwasser rechnen.

 

Düngung

Pflanzen benötigen ganz bestimmte Nährstoffe. Sobald ein Nährstoff aufgebraucht ist, wächst die Pflanze nicht mehr weiter, obwohl die anderen Nährstoffe ausreichend zur Verfügung stehen. Sie sehen also, wie wichtig eine ausreichende und kontinuier­liche Pflanzendüngung ist. Vor einem übermäßigen Algenaufkommen durch hohes Nährstoffangebot müssen Sie bei gesundem Pflanzenwuchs und richtiger Düngung keine Angst haben, denn die „wuchernden“ Aquarienpflanzen entziehen den Algen schnell die Nährstoffe und haben einen Wuchsvorteil. Gute Dünger für Aquarien­pflanzen sind so aufgebaut, dass nur wenig Stickstoffverbindungen enthalten sind. Unser Wasserpflanzendünger Flora Zac beinhaltet die wichtigen Nährstoffe in der richtigen Dosierung. Der Erfolg ist sichtbar. Schon nach 2 – 3 Wochen Anwendung erkennen Sie den Unterschied gegenüber vorher deutlich.

 

Eisen

Eisen ist für Pflanzen sehr wichtig, da es zur Herstellung des Blattgrüns (Chlorophyll) benötigt wird. Ohne Blattgrün ist auch keine Photosynthese möglich. Pflanzen mit Eisenmangel sind gelblich-durchsichtig (Chlorose).

 

Lateritbodengrund oder Nährsubstrate

Das ist die den Verhältnissen in der Natur entsprechende Düngemethode. Laterit ist ein stark eisenhaltiger Bodengrund aus den Tropen und wird in den Aquariengrund eingearbeitet. Das Laterit wird unter 1/3 des Aquarienkieses gemischt und als unterste Schicht in das Aquarium eingebracht. Die restlichen 2/3 Kies werden darüber geschichtet. 500 g sind ausreichend für ein 200 l Becken. Die Pflanzen greifen dann mit Ihren Wurzeln auf dieses Eisenreservoir zurück.

 

Flüssiger Eisendünger

Eisendünger wird dem Wasser täglich zugegeben. Das Problem ist, dass dreiwertiges Eisen wasserunlöslich ist. Das zweiwertige Eisen im Dünger wird oxydiert, fällt aus und muss häufiger nachdosiert werden. Messungen im Filterschlamm haben eine Eisenkonzentration von mehreren 1000 mg/l ergeben, die dort auf einer „Eisendeponie“ liegen. Deshalb ist bei hochwertigen Eisendüngern das Eisen komplex gebunden, damit es nicht sofort ausfällt. Die Komplexe werden langsam „geknackt“, so dass die Düngung gleichmäßig erfolgt. Der Eisengehalt in Ihrem Aquarium sollte auf jeden Fall zwischen 0,05 – 0,2 mg/l liegen. Eine zu große Menge an Eisen ist ebenso schädlich wie ein Mangel. Kontrollieren Sie deshalb den Eisenwert regelmäßig.

 

Kohlendioxyd

Unter allen von Pflanzen benötigten Nährstoffen ist Kohlendioxyd (CO2) der wichtigste. Der Gehalt an Kohlendioxyd im Wasser kann schwanken und bedarf so bei der Pflege von Wasserpflanzen in unserem Aquarium besonderer Aufmerksamkeit. Alle höheren Pflanzen stellen aus Wasser und CO2 unter der Ausnutzung der Sonnenenergie (Licht) einen hochwertigen Zucker her.

 

Als „Abfallprodukt“  entsteht bei der

Photosynthese der für Tiere und Pflanzen lebensnotwendige Sauerstoff. In großen Gewässern ist ausreichend freies CO2 für die Photosynthese vorhanden. Nachschub durch alle im Wasser lebenden Sauerstoffverbraucher wie z. B. Fische und Mikroorganismen ist gewährleistet. Die Natur schafft sich ihr eigenes Gleichgewicht. Im Verhältnis zu Naturgewässern leben in unserem Aquarium zahlreiche Fisch- und Pflanzenarten in einer „biotopischen Pfütze“, in der zudem noch das Verhältnis zwischen Fischen und Pflanzen zu Lasten der Pflanzen verschoben ist. Eine dichte Bepflanzung und ein ausgewogener Fischbesatz garantieren ein günstiges Gleichgewicht der Kräfte und optimale Lebensbedingungen für Tier und Pflanze. Besonders erwähnenswert ist unser Zac Carbo plus und Carbo Mini. Hierbei wird auf elektrolytischem Weg (Zersetzung durch Strom) aus Graphit Kohlendioxyd für Ihre Wasserpflanzen gewonnen. Das lästige Flaschefüllen entfällt, da einfach eine neue CO2-Kohle in das Sandwich eingesetzt wird.

 

Sauerstoffproduktion

Pflanzen produzieren bei der Photosynthese als „Abfallprodukt“ Sauerstoff. Dieser Sauerstoff wird von Mikroorganismen und Fischen „veratmet“. Der Sauerstoffgehalt ist demzufolge morgens niedriger als abends, da die Pflanzen die Nacht über keinen Sauerstoff produziert haben. In einem gut eingefahrenen Aquarium liegt die Sauerstoff­sättigung des Wassers morgens bei 60 – 70 % (5 – 6 mg/l) und abends bei 100 % (8 – 10 mg/l). Pflanzen versorgen ein Aquarium wesentlich besser mit Sauerstoff als z. B. ein Sprudelstein. Sauerstoff wird auch über die Wurzeln abgegeben, so dass der Bodengrund durchlüftet wird und sich keine Fäulniszonen bilden können.

 

Schadstoffabbau

Ein wesentlicher Bestandteil der Pflanzennahrung sind Stickstoffverbindungen, wie z. B. Nitrat. Es entsteht als Abbauprodukt aus den Ausscheidungen der Fische und aus anderem Bio-Müll, z. B. Futterresten, abgestorbenen Pflanzenteilen etc. Ein zu hoher Nitratgehalt im Wasser ist ab 50 mg/l, schädlich für Fische und kann zu Algenwachstum führen. Pflanzen entziehen dem Wasser Nitrat und verbessern so die Umweltbedingungen im Aquarium. Gerade das Ausdünnen der Wasserpflanzen erlaubt uns, organische und anorganische Materie aus dem relativ abgeschlossenen System Aquarium zu entfernen, in das wir ständig durch Futter und Pflanzendünger hochenergetische Substanzen einfügen.

 

Die Optik

Schadstoffabbau, Sauerstoffproduktion...; doch das daraus Resultierende ist für uns Aquarianer am schönsten: Ein Aquarium mit sattgrünen, dichtwachsenden Pflanzen sieht einfach klasse aus. Neben der wohltuenden, beruhigenden Wirkung (unser Auge kann die Farbe Grün am besten von allen Farben wahrnehmen) schaffen dichte Pflanzenbestände Versteckplätze für Jungfische oder schwächere Tiere und die dominanten Revierbesitzer. Wachsen alle Pflanzen wunderbar und läuft das Aquarium „schön rund“, sind Pflanzen, Fische und Pfleger zufrieden. Was aber tun, wenn die Wasserpflanzen nicht so richtig wachsen wollen?

 

Hauptursachen für spär­lichen Pflanzenwuchs

  • ungenügende Beleuchtung
  • falscher Bodengrund
  • zu wenig Wasserwechsel
  • keine Pflanzendüngung
  • zu wenig Pflanzen
  • kein CO2 (z. B. durch starke Belüftung)

 

Die CO2 Düngung

Bei ausreichendem Kohlendioxyd-Gehalt läuft die Photosynthese der Aquarienpflanzen mit voller Kraft, die Pflanzen wachsen gut und kräftig und produzieren so auch mehr Sauerstoff. Ihr gesamtes Aqua-System läuft runder und gleichmäßiger. Neben der Förderung des Pflanzenwachstums bewirkt Kohlendioxyd in Ihrem Aquarium noch andere wichtige Verbesserungen: CO2 verhindert das Ausfallen des im Wasser gelösten Kalkes und vermindert dadurch die Gefahr eines Säuresturzes. CO2 senkt den pH-Wert und mit der entsprechenden Regeleinrichtung können Sie den pH-Wert Ihres Aquarienwassers nach dem gleichen Prinzip wie die Natur konstant halten. Je höher die Karbonathärte ist, desto mehr CO2 muss zugegeben werden, um den pH-Wert zu senken und die Ausfällung von Kalk zu verhindern. Die Karbonathärte und den pH-Wert Ihres Leitungswassers erfragen Sie bei Ihrem Wasserwerk oder testen Sie selbst mit einem Wassertest-Set. Herkömmliche Druckgassysteme arbeiten nach folgendem Prinzip: Aus der CO2-Flasche entweicht mit großem Druck gasförmiges Kohlendioxyd. Damit wir überhaupt gefahrlos arbeiten können, muss dieser Druck reduziert und auf einem konstanten Arbeitsdruck gehalten werden (wie bei einer Tauchflasche). Diese Funktion übernimmt der Druckminderer. Auf dem Manometer kann man den Arbeitsdruck ablesen. Dieser sollte zwischen 1 bis 1,5 Bar liegen. Über das Nadelventil am Druckminderer, können Sie dann das Gas dosieren, der Blasenzähler hilft Ihnen dabei. Das CO2 sollte man über das Einwaschgerät  in das Wasser einbringen. Um die CO2 Anlage vor Wasser zu schützen, ist es ratsam, ein Rückschlagventil am oberen Rand des Aquariums anzubringen; damit verhindern Sie, dass das Wasser in die Flasche zurücklaufen kann. Eine alternative Kohlendioxyd-Versorgung ermöglichen unser Carbo plus und Mini. Diese Geräte sind wahrscheinlich die Revolution in der Pflege von Wasserpflanzen. Genial einfach und einfach genial wird über den Vorgang der Elektrolyse CO2 hergestellt. Die Versorgung der Wasserpflanzen ist nicht wie bei Druckgassystemen abhängig von der Umgebungstemperatur oder dem Flaschendruck, sondern ist reproduzierbar genau über einen Drehregler einstellbar. Durch Ersatzkohlen, die kinderleicht zu wechseln sind, kann ein Vorrat angelegt werden. Damit entfällt das Flaschenbefüllen.

 

Der CO2-Bedarf

Der Bedarf an Kohlendioxyd hängt ganz von der Bepflanzung, dem Fischbesatz, den Wasserwerten und dem Gesamtzustand des Aqua-Systems ab. Den Kohlendioxydgehalt Ihres Aquariums ermitteln Sie mit einem CO2-Dauertest.