Silikat- und Nitratentfernung

Seit einiger Zeit tritt in der Aquaristik immer häufiger ein Parameter in den Vordergrund, der in den letzten Jahren weitestgehend vernachlässigt wurde, aber doch erhebliche Auswirkungen auf die Lebewelt in einem Aquarium hat. Hier erfahren Sie alles, was Sie für eine erfolgreiche Silikatentfernung in Ihrem Aquarium wissen müssen. Testen Sie den Silikatwert in Ihrem Aquarium und senken Sie zu hohe Werte erfolgreich. Nitrat ist das Endprodukt im aeroben (mit Sauer­stoff) Abbau von Stickstoffverbindungen in Ihrem Aquarium. Nitrat (NO3-) ist in geringen Mengen nicht giftig (Nitrit (NO2-), die Vorstufe, ist eines der stärksten Fischgifte), kann aber bei zu hohen Konzentra­tionen zu verstärktem Algen­wachs­­tum und verlangsamtem Wachstum der Fische führen. Der Nitratwert sollte daher immer möglichst niedrig sein. Auf Basis der bei Diskus­aquarianern seit Jahrzehnten bekannten und bewährten Stein-Nitratfilter bieten wir Ihnen Harz und Nitratfilter in verschiedenen Größen an.

 

Silikate sind Salze

des Elementes Silizium, aus dem u.a. Sand besteht und das als Grundstoff der Glasherstellung dient. Sie sind im Gestein der Erdböden reichlich vorhanden, so dass sie mit der Zeit auch im Grundwasser gelöst werden. Das aus dem Grundwasser gewonnene Leitungswasser enthält somit auch Silikate, zum Teil in erheblicher Menge (über 30 mg/l). Silikate sind für den Menschen unbedenklich, verursachen aber  ab einer Konzentration von > 0,2 mg/l ein verstärktes Wachstum von Kieselalgen. Diese zeigen sich in Ihrem Aquarium als braune Schicht auf allen Dekorationsgegenständen inklusive der Pflanzen. Auch andere Algen und Bakterien sind in der Lage, aus dem Vorhandensein von Silikaten Vorteile zu ziehen, so z. B. die von allen Aquarianern gefürchteten Cyanobakterien, die auch als Blaualgen bekannt sind. Sie überziehen als blaue bis bräunliche bzw. rote schleimige Schicht besonders den Bodengrund und großflächige Blätter. Ganz besonders unangenehm machen sie sich in einem Meerwasseraquarium bemerkbar, da sie in der Lage sind, ganze Korallenstöcke zu überziehen und abzutöten. Man kann diese Schleimschicht zwar leicht absaugen, da es sich aber um Bakterien handelt, geht die Vermehrung sehr schnell vonstatten, so dass die Schicht binnen weniger Stunden wieder da ist. Die Beseitigung von Silikaten ist sehr schwierig. Die simpelste Möglichkeit ist der Einsatz von Sili-Zac in einem Außenfilter. Ist der Silikatgehalt höher als 2 mg/l, was leider sehr häufig vorkommt, muss man unbedingt Maßnahmen ergreifen. Besitzer einer Umkehrosmoseanlage haben es da einfacher. Durch Nachschalten von sogenannten Reinstwasserfiltern wird der Anteil des Silikates, den die Umkehrosmoseanlage nicht zurückgehalten hat, festgehalten. Hat man keine Möglichkeit zur Anbringung einer Umkehrosmoseanlage, gibt es eine andere Möglichkeit zur Entfernung: Mischbettfilter. Zu beiden Systemen muss aber bemerkt werden, dass nach ca. 60 % der Regenerationskapazität die Aufnahmefähigkeit für Silikat-Ionen erschöpft ist. Messen lässt sich der Silikatgehalt mittels Tropfentests.

 

Silikatentfernung

Das Entfernen von Silikat aus einem bestehenden System erfordert Geduld! Da sowohl Pinselalgen als auch Bakterien sehr wenig Silikate aufnehmen und durch Wasserwechsel von nicht aufbereitetem Wasser immer wieder aufs Neue Silikat zugeführt wird, erhöht sich die Silikatmenge immer mehr. Nur durch Wasserwechsel mit absolut silikatfreiem Wasser lässt sich das Problem im Laufe mehrerer Wochen, bei Meerwasseraquarien mehrerer Monate, in den Griff bekommen.

 

Mischbettfilter

Trinkwasseraufbereitung ist schon in mehreren Ratgebern ausführlich dargestellt worden.  Mischbettfilter reihen sich in die Techniken der Ionentauscher ein. Dieser besteht aus einer Patrone mit einem speziellen Kunstharzgemisch. Die Anlage sollte direkt an die Wasserleitung und von dort aus zum Aquarium, oder besser zu einem Auffangbehälter geleitet werden. Das so hergestellte Wasser ist nun fischgerecht aufzubereiten. Die Mischbettfilter sind bei Meerwasseraquarien und Diskushaltern sehr beliebt, da man in sehr kurzer Zeit eine relativ große Menge an Wasser produzieren kann. Das Wasser enthält keine Härte mehr, auch Nitrate, Phosphate und Silikate sind entnommen. Natürlich sind auch diese Harze irgendwann erschöpft und müssen regeneriert werden. Dies wird uns vom Hersteller des Filters abgenommen, da nur noch die Patronen getauscht werden müssen und nicht mehr selber mit Salzsäure und Natronlauge gearbeitet werden muss.

 

Nitratharze

Es sind kleine Kunststoffkörper, die an ihrer Oberfläche sogenannte reaktive Gruppen haben. Diese sorgen dafür, dass Nitrat-Ionen, die elektrisch geladen sind, aus dem Wasser aufgenommen werden. Dieser Vorgang funktioniert nur mit dem Nitrat-Ion, da Größe und Ladung des Moleküls genau zu der reaktiven Gruppe passen müssen. Das System verhält sich wie ein Schlüssel zu seinem Schloss. Nitrat wird festgehalten und gegen ein anderes Molekül, das vorher diese Gruppe besetzte, ausgetauscht. Von daher hat jedes Harz auch nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Nicht sehr effektiv ist der Einsatz von Ionentauscherharz in einem „normalen“ Außenfilter. Die Harze sind von den Strukturen für den Einsatz in einem Wirbelbettverfahren konstruiert. Der Wasserdruck in einem Außenfilter presst die Harzkügelchen zusammen und verhindert einerseits die Aufnahme von Nitrat, anderer­seits wird die Matrix des Harzes schneller zerstört. Nitratharze können einfach, schnell und sicher wieder regeneriert werden. Hierzu werden pro Liter Harz 900 g Kochsalz in 3 Liter Wasser aufgelöst. Mit dieser Salzlösung wird der Nitratfilter über eine Stunde lang rückgespült. Anschließend mit vier bis sechs Litern Wasser nachspülen. Bei allen Nitratfiltern sollte eine gute mechanische Vorfilterung vorhanden sein. Im normalen Betrieb darf die Durchflussgeschwindigkeit pro Stunde das Dreifache der Literzahl des Harzvolumens nicht übersteigen. Die Kunststoffmatrix des Harzes könnte sonst durch zu hohen Druck Schaden nehmen. Nitratfilter sollten immer im Dauerbetrieb eingesetzt werden. Pro Liter nimmt das hier angebotene Harz ca. 30 g (30.000 mg) Nitrat auf. Nitratharze müssen immer feucht gelagert werden.

 

Nitratfilter sollten immer so groß wie möglich gewählt werden. Bei der Regenerierung geht immer ein kleiner Teil der Kapazität verloren, so dass irgendwann die Harze ausgetauscht werden müssen. Das heißt, wenn das Harzvolumen großzügig bemessen ist, ist auch die Standzeit sehr lang.