Nanoaquaristik

Seit nunmehr einigen Jahren erfreut sich ein spezieller Zweig der Aquaristik nach wie vor besonderer Beliebtheit: Die Nano-Aquaristik. In der Regel ist hierbei alles wie bei einem großen Becken, nur im Kleinformat. Somit wird so ein Nano-Aquarium besonders gerne von Leuten genutzt, die wenig Platz haben.

 

Die Nano-Aquaristik spielt sich in einem Wasservolumenbereich unter 50 l ab. Das heißt, das Aquarium ist dementsprechend klein und man kann somit Orte für die Aquaristik erschließen, die vorher nie in Betracht gezogen wurden. Ein Nano-Aquarium lässt sich zum Beispiel gut auf einem Schreibtisch im Büro oder Arbeitszimmer, auf einem Sideboard oder kleinen Schrank im Flur, in der Küche oder sogar im Bad unterbringen. Gerade auf dem Schreibtisch am Arbeitsplatz erschafft man sich so eine kleine Entspannungs-Oase für die Pausen zwischendurch. Allerdings ist von einem Standplatz auf der Fensterbank definitiv abzuraten, da direktes Tageslicht ein vermehrtes Algenwachstum zur Folge hat und bei intensiver Sonneneinstrahlung auch ein zu starkes Aufheizen des Nano-Beckens erfolgen kann. Gleiches gilt für einen Standort im Wintergarten.

 

Vorteile der Nano-Aquarien

Der große Vorteil der Nano-Aquaristik, neben dem geringen Platzbedarf, sind vor allem die geringeren Unterhaltungskosten. Ein kleines Becken bedarf weniger Strom, da das Licht nicht so viel Watt benötigt und die Filter kleiner sind und dadurch einen geringeren Stromverbrauch aufweisen. Außerdem ist der Wasserverbrauch geringer, da man bei einem kleineren Becken im Verhältnis gesehen eine geringere Wassermenge über das Jahr hinweg beim Wasserwechsel verbraucht, als bei großen Aquarien. Und die Kosten für Futter- und Zusatzmittel sind natürlich geringer.

 

Welche Tiere?

Man sollte sich von Anfang an darüber klar sein, was für Tiere man später in sein Nano-Aquarium einsetzen will. Bis 30 Liter Beckenvolumen sollte man keine Fische einsetzen. Diese Becken sind optimal für Garnelen (z. B. verschiedene Caridina- & Neocaridina-Arten) und Schnecken (z. B.  Geweihschnecken oder Zebra-Rennschnecken) geeignet. Eine Ausnahme ist hier der Kampffisch, der auch in so geringen Wasservolumina gehalten werden kann. In Aquarien über 30 Liter können nicht nur Garnelen, sondern auch kleine Fische (z. B. Sichelfleck-Panzerwels und verschiedene Bärbling- und Kärpfling-Arten) eingesetzt werden, die ausgewachsen maximal ca. 3 cm groß werden. Wichtig ist, dass man nicht zu viele Tiere einsetzt und vorher abklärt, ob die gewünschten Tiere sich auch untereinander vertragen.

 

Wenn man sich ein Nano-Aquarium zulegen will, kann man sich die einzelnen Komponenten, wie Filter, Heizstab etc. einzeln kaufen oder man greift auf ein mittlerweile umfangreiches Angebot an Komplettsets zurück. Diese werden von vielen Firmen angeboten. Hier sind alle Komponenten bereits perfekt auf die Nano-Aquaristik abgestimmt und der Nano-Aquarianer in spe braucht sich darüber schon mal keine Gedanken mehr zu machen. Er kann sich mehr um den für seine Bedürfnisse passenden Kies, die Pflanzen und die Dekoration kümmern.

 

Allgemeine Handhabung

Generell muss das Nano-Aquarium wie ein großes Becken zunächst ca. 3 – 4 Wochen einfahren. Das heißt, im Filter müssen sich die wichtigen Bakterien ansiedeln, die später das Wasser von Schadstoffen befreien sollen. In dieser Einlaufzeit sollten noch keine Tiere eingesetzt werden. Stattdessen impft man den Filter mit Starterbakterien an und wartet, bis der Filter richtig läuft.

 

Gerade bei der Nano-Aquaristik ist es wichtig, dass ein regelmäßiger Teilwasserwechsel von wöchentlich ca. 25 % durchgeführt wird. Denn das geringe Wasservolumen eines Nano-Beckens ist natürlich schneller mit Schad- und Nährstoffen angereichert, als ein großes Aquarium. Da genügt alleine schon die Zufuhr von Nährstoffen über die Fütterung ihrer Aquarientiere. Damit diese sich also stets wohl fühlen und auch die Algen im Zaum gehalten werden, sind eine sparsame Fütterung ein oder mehrmals täglich in ganz kleinen Mengen und der regelmäßige Wasserwechsel Pflicht. Bei reinen Garnelenbecken kann sogar noch seltener gefüttert werden, da diese sich auch von den Algen ernähren.

 

Um dem Nano-Aquarianer bei seinem Hobby unter die Arme zu greifen, haben z. B. die Firmen Dennerle und JBL komplette Produkt-Serien für Nano-Aquarien entwickelt. Das gilt sowohl im Technikbereich, als auch im Futter- und Zusatzmittelbereich. Dort findet man Produkte, die von der Menge und den Inhaltsstoffen optimal auf Ihr Nano-Becken angepasst sind.

 

Nano-Aquaristik im Seewasser

Auch im Seewasser-Bereich erfreuen sich die Nano-Aquarien großer Beliebtheit. Hier gibt es ebenfalls Komplettsets von vielen Firmen. Allein die Farbenpracht und das exotische Aussehen eines Beckens in dem sich verschiedene Anemonen, Korallen und andere Niedere Tiere befinden, ist stets ein Hingucker und lässt einen vom Tauch-Urlaub träumen. Von einem Besatz von Fischen im Nano-Salzwasser-Aquarium ist aber dringend abzuraten, da das geringe Wasservolumen und die eingebaute Technik der stetigen Belastung einfach nicht standhalten können. Ein „Nemo“ im Nano-Becken ist also absolut unmöglich! Für den Aufbau und den passenden Besatz eines Nano-Seewasser-Aquariums fragen sie deshalb am besten immer unser fachkundiges Personal.