Filterung im Aquarium

In unseren Aquarien fallen durch den Stoffwechsel von Fischen und Pflanzen Abfallprodukte und damit Schadstoffe an. Naturgewässer mit entsprechender Größe besitzen eine Selbstreinigungskraft, die diese Schadstoffe abbaut und in einem biologischen Kreislaufprozess weiterverarbeitet. Da unsere Aquarien im Verhältnis zur Natur fast immer mit zu vielen Fischen besetzt sind, ist die Selbstreinigungskraft des Aquariums zu klein. Wir müssen mit effektiven Filtersystemen unterstützend eingreifen. Schadstoffe werden hierbei entweder aus dem System entfernt oder in nicht schädliche Substanzen umgewandelt.

Es kommt vor, dass selbst bei den besten Aquarienfiltern irgendwann merklich die Leistung nachlässt und ein neuer Filter angeschafft werden muss. Niemals darf der alte Filter direkt gegen einen neuen ausgetauscht werden! Wenn möglich sollte man das neue Gerät ca. 2 – 3 Wochen parallel zum alten Filter laufen lassen. In dem Neugerät müssen sich erst noch alle nötigen Bakterien festsetzen und vermehren, die für den Abbau von Ammoniak und Nitrit verantwortlich sind. In dieser Zeit würde sich schädliches Ammoniak und Nitrit anreichern. Diese Anreichung kann dann durch den noch funktionstüchtigen alten Filter kompensiert werden. Geht ein Filter unerwartet kaputt, kann man versuchen negative Folgen mit Hilfe von speziellen Präparaten  in einem Rahmen zu halten, der für die Gesundheit der Tiere nicht schädlich ist. Hilfreich ist dabei auch ein Futterstopp von mindestens 3 – 5 Tagen und über zwei Wochen ein Wasserwechsel von täglich maximal ca. 10 %.

 

Die Filterung für ein Aquarium muss vielen verschiedenen Ansprüchen gerecht werden und selten kann ein einziges Filtersys­tem alle Faktoren berücksichtigen. Je nach Aquarientyp wird ein anderes Filtersystem benötigt. Ein Aufzuchtaquarium für Jungfische kann z. B. problemlos mit einem luftbetriebenen Filter gereinigt werden, obwohl dieses System für ein bepflanztes Aquarium meist nicht geeignet ist. Natürlich muss je nach den gepflegten Fischarten das Filtermaterial ausgesucht werden. Wasserbewegung bzw. eine Strömung ist sehr wichtig für den Transport des Wassers (und somit der Schadstoffe) zum Filter und trägt wesentlich zum Wohlbefinden von Fischen und Pflanzen bei. Für Pflanzen ist Strömung sehr wichtig, da so Nährstoffe herankommen und Schadstoffe abtransportiert werden. Heutige Standard-Filter kombinieren mechanische und biologische Filterung. Man kann bei großen Aquarien aber auch beide Filtervarianten separat installieren. Das erhöht die Sicherheit und Leistungsfähigkeit Ihres Aquariums deutlich.

 

Mechanische Filterung

Diese Filtervariante „siebt“ alle groben bis feinen Schmutzpartikel aus dem Wasser, z. B. Pflanzenteile, Kot und Futterreste. Ein mechanischer Filter ist als Vorfilter oder als eigenständiger Filter sinnvoll. Wichtig ist das einfache Wechseln des Filtermaterials, um ausgefiltertes Material aus dem Aquarium zu entfernen, bevor es sich zersetzen und das Wasser belasten kann. Die Durchflussrate eines mechanischen Filters sollte im Süßwasser das zwei- bis vierfache, im Meerwasser mindestens das 10-fache des Beckenvolumens betragen. Deshalb muss das Filtersubstrat ständig gereinigt oder ersetzt werden. Natürlich arbeitet ein mechanischer Filter nach einer gewissen Einlaufzeit als biologischer Filter. Durch regelmäßiges Reinigen wird das verhindert. Gut als mechanische Filter geeignet sind z. B. kompakte Strömungspumpen mit aufsetzbaren Filtereinheiten.

 

Biologische Filterung

Biologisch heißt diese Filterung deshalb, weil die „Biologie“ im Filter für die Reinigung des Wassers sorgt. Millionen von Kleinstlebewesen wie z. B. Bakterien, Wimperntierchen, Amöben etc. ernähren sich von den im Wasser vorhandenen organischen Stoffen und bauen sie so um oder entfernen sie aus dem Stoffkreislauf. Nur mit Hilfe dieser Mikroorganismen, die auch für die Gewässerreinigung zuständig sind, funktioniert ein biologischer Filter. Bakterien und Kleinstlebewesen finden wir auf allen Flächen in unserem Aquarium, von hier aus wird die durch Filtermaterial stark vergrößerte Oberfläche in einem neuen Filter in Besitz genommen. Das glitschige braune Material in einem eingefahrenen Filter sind nicht die ausgefilterten Stoffe, sondern Massenansammlungen von Bakterien sowie u. a. Stoffe, die nicht mehr weiter abgebaut werden können. Die im Wasser vorhandenen organischen Stoffe wie z. B. Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate dienen den Mikroorganismen als Nahrung und werden vor allem in Nitrat umgewandelt.

 

Rieselfilter

Der sogenannte Rieselfilter arbeitet als „Super-Aerobier“. Wasser wird auf das Filtermaterial (häufig Kunststoffkörper) aufgebracht und tropft oder fließt unter ständigem Luftkontakt in ein Sammelbecken, von wo aus es wieder in das Aquarium zurückgepumpt wird. Für die Intensivfischhaltung und Meerwasserbecken hat sich der Rieselfilter in früheren Jahren durch sehr gute Abbauleistungen hervorragend bewährt. In Pflanzenaquarien tritt bei Rieselfiltern allerdings das Problem der starken CO2-Ausgasung auf. Es fehlt den Pflanzen für die Photosynthese. Außerdem steigt der pH-Wert durch das fehlende CO2 an. Durch die große Luft-Wasser-Kontaktfläche und die starke Verdunstung kommt es zu zwei unerwünschten Nebeneffekten: Das Wasser wird aufgesalzen und es geht viel Wärme­energie verloren. Das Volumen eines Rieselfilters sollte ca. 4 – 5 % des Aquariumvolumens betragen. Der Rieselfilter war ein gut geeigneter Filter für Meerwasser­aquarien. Heute wird er durch hocheffektive Eiweißabschäumer ersetzt, besonders hervor­zuheben sind die Komplettfiltersysteme von Aqua Medic. Mechanische und biologische Filterung sowie ein Eiweißabschäumer sind funktionell zusammen untergebracht. Rieselfilter werden heutzutage nur noch ganz selten benutzt, weil das Filtervolumen einfach zu groß sein muss und mit guten Außenfiltern mindestens gleichwertige Leistungen erreicht werden.

 

Anaerobe Filter

Eine andere Möglichkeit biologisch zu filtern, ist der anaerob (ohne Sauerstoff) arbeitende Filter. Das Filtermaterial muss hierbei von sauerstofflosem Wasser umspült werden. Das erreicht man durch einen langsamen Durchfluss. Der Sauerstoff ist dann nach wenigen Zentimetern Filterbett aufgebraucht. An­aerobe Filter können nur Nitrat abbauen. Sie sind nicht in der Lage Eiweiße, etc. zu Nitrat umzuwandeln. Anaerobe Filtersysteme sind immer nur zusätzlich zu einem „normalen” Filter brauchbar! Auch mit speziellen Geräten ist eine anaerobe Filtration möglich.

 

Außenfilter

Wie der Name schon sagt, befindet sich der Filter außerhalb des Aquariums. Das im Filtertopf vorhandene Filtermaterial, das nach den Ansprüchen der zu pflegenden Tiere ausgesucht werden sollte (z. B. Tonröhrchen, etc.), reinigt das durchfließende Aquariumwasser. Praktisch ist, dass ein Außenfilter kaum Platz im Aquarium einnimmt. Dafür benötigt man aber mehr Platz unter dem Aquarium. Normalerweise lassen sich die Außenfilter aber gut in Unterschränken verstauen. Wenn aber der Filter quadratisch aufgebaut ist, (wie z. B. bei der Eheim professionel-Serie), fügt sich der Filtertopf platzsparend in den Unterschrank ein. Bei genügender Größe des Filtertopfes sind EHEIM Topf­außenfilter auch für größere Aquarien von bis zu 1.500 l geeignet. Ein Außenfilter ist auch optisch eine sehr elegante Methode der Filterung, da die im Aquarium verbleibenden Ansaug- und Ausströmschläuche mit wenig Aufwand zu verbergen sind. Mit sinnvollem und praktischem Zubehör wie z. B. Absperr­hähnen und Schnelltrennkupplungen wird das Reinigen des Filters auch nicht zu einer Wasserschlacht. Schlauchverbindungen können zusätzlich mit Schlauchschellen gesichert werden, da die Schläuche mit der Zeit härter und weniger elastisch werden. Herkömmliche grüne PVC-Schläuche enthalten Weichmacher, die langsam aber sicher an das Aquariumwasser abgegeben werden. Das Wasser wird zusätzlich belastet und die Schläuche werden hart, wodurch die Steckverbindungen an Sicherheit verlieren können. Eine hervorragende Alternative stellen die chemisch neutralen Silikonschläuche dar. Der Nachteil ist das schnelle Abknicken, hiergegen helfen jedoch Schlauchschalen, die den Schlauch bei engen Kurven stützen.

 

Filterkammern

Eine andere Möglichkeit des Filterns außerhalb des Aquariums sind sogenannte Filterkammern, die als normale Filter oder Rieselfilter arbeiten können. Über eine Bohrung oder einen Überlauf gelangt das Wasser in die Filterkammer und wird von einer Pumpe, nachdem es die Filtermate­rialien passiert hat, wieder in das Aquarium zurückgefördert. Ideale Magnetkreisel­pumpen für den Betrieb größerer Aquarien mit Filterkammer sind Oase (nur für Süßwasser) oder Aqua Medic Pumpen.

 

Innenfilter

Ein Innenfilter besteht ebenfalls aus einer Pumpe und einem Filtertopf, in dem sich die Ansaugöffnungen befinden. Bei der Durchführung des Wassers gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige Modelle arbeiten als rein aerober Filter, andere teilen den Wasserstrom und filtern einen Teil des Wassers aerob, den anderen kleineren Teil anaerob.

Die Vorteile des Innenfilters sind: Keine Schlauchverbindungen mehr außerhalb des Aquariums und ein einfacher Zugriff zum Reinigen. Zudem kann ein Innenfilter mit hoher Leistung sehr gut als mechanischer Filter und Strömungserzeuger eingesetzt werden. Nachteilig ist aber, dass bei jeder Filterreinigung der Filter aus dem Aquarium entfernt werden muss.