Enchyträen

Die Basis für das Wohlbefinden der meisten Aquarienfische ist nicht nur Futter von guter Qualität, sondern auch ein ab­wechslungs­reiches Angebot. Lebendes Futter spielt hier eine besonders wichtige Rolle.

 

Dass die Nahrungsaufnahme von lebendem Futter im Aquarium fast immer mit mehr „Begeisterung“ von Seiten der Fische verbunden ist, kann von jedem Aquarianer beobachtet werden. Von Nahrungsspezialisten wie Aufwuchsfressern etc. abgesehen, zeigen die meisten Fische nur bei der Fütterung von Lebendfutter ihr natürliches Beuteverhalten. Gerade zur Entwicklung von Laichansätzen bei den Weibchen vieler Fischarten kann die Fütterung von Enchyträen wahre Wunder bewirken.

 

Enchyträen sind einfach zu kultivieren und ausgesprochen nahrhaft, weswegen sie nicht als ausschließliches Futter genutzt werden sollten. Leider sind durch das steigende Angebot von Gefrierfutter in den letzten Jahren die Enchyträen etwas in Vergessenheit geraten. Enchytraeus albidus, so der wissenschaftliche Name dieser Futtertiere, gehören zur Gruppe der Gürtelwürmer (Clitellata) und sind somit nahe Verwandte von Regenwürmern und der ebenfalls aus der Aquaristik gut bekannten Bachröhrenwürmer der Gattung Tubifex. In der Natur leben die 20 – 30 mm langen Enchyträen in lockeren Böden und ernähren sich dort von abgestorbenen organischen Stoffen, weshalb sogar Komposthaufen mit diesen Würmern angereichert werden. Ein lockeres, feuchtes Substrat, organische Materie als Futterquelle…, eigentlich handelt es sich bei unseren bewährten Zuchtansätzen um saubere Komposthaufen im Miniformat. Unter diesen Bedingungen vermehren sich die Enchyträen prächtig. Das Futter wird in der Mitte des Substrates, einer Mischung aus Erde, Torf und Sand, in eine Mulde gestrichen und diese wird, z. B. mit einer passenden Glasscheibe, abgedeckt. Die Würmer sammeln sich an dieser Stelle und können jeweils vor der nächsten Fütterung dort mit einer Pinzette entnommen werden.

 

Erfahrene Enchyträenzüchter haben ihre „Geheimrezepte“ bezüglich der Zusammensetzung des Futterbreies und die Meinungen hierzu sind vielfältig. Manche schwören auf Haferflocken, andere auf Babybrei, wieder andere auf vegetarische Kost oder Fischfutter, jeweils angereichert mit Vitaminen (z. B.: Zac-Vitamine). Mit der Zeit macht  jeder seine Erfahrungen und entwickelt schließlich sein persönliches Fütterungsverfahren. Um auch während der ersten Zeit dem diesbezüglich unerfahrenen Anfänger eine erfolgreiche Enchyträenzucht zu ermöglichen, empfehlen wir die hier erhältlichen Futterpellets. In einem Punkt sind sich übrigens alle „alten Hasen“ einig: Man sollte sich niemals auf einen einzelnen Ansatz verlassen! Starten Sie Ihre Enchyträenzucht mit mindestens zwei Zuchtkisten, um flexibler auf evtl. auftretende Probleme reagieren zu können und immer in der Lage zu sein, erneut „Ableger“ eines funktionierenden Ansatzes herstellen zu können. Genaue Anweisungen zu Pflege und Zucht von Enchyträen liegen unseren Zuchtansätzen selbstverständlich bei.