Biologische Filtermaterialien

Vor mehr als 20 Jahren wurden die ersten „biologischen” Filtermaterialien auf den Markt gebracht und der Einsatz als Bakterien-Substrat propagiert. Im Laufe der Jahre hat die Forschung immer bessere und effektivere Produkte entwickelt, so dass die Auswahl heute riesengroß ist. Als zweite Stufe im Filtersystem werden im Normalfall biologische Filtermaterialien eingesetzt. Biologisch bedeutet weder, dass sie biologisch abgebaut werden, noch dass sie aus organischem Material bestehen. Sie dienen ausschließlich dazu, den schadstoffabbauenden Bakterien Besiedlungsfläche zur Verfügung zu stellen.

 

Gesinterte Glaskeramikröhrchen

Das erste funktionierende biologische Filtermedium war die von der Firma Schott Anfang der 90er Jahre unter dem Namen „Siporax” auf den Markt gebrachte gesinterte Glaskeramik in Röllchenform. Inzwischen wird dieses Filtermedium von sera produziert und weltweit vertrieben. Das durch und durch offenporige Material hat im Verhältnis zum Volumen die größtmögliche innere Oberfläche an der abbauende Biofilme wachsen können. Die dreidimensional vernetzte Porenstruktur wurde den nitrifizierenden Schichten am Bodengrund natürlicher Gewässer nachgebildet. Sera Siporax besteht aus Glas und entspricht chemisch dem Sand, in dem sich die nitrifizierenden Bakterien bevorzugt ansiedeln. Aufgrund der natürlichen Porenstruktur siedeln sich nicht nur nitrifizierende sondern auch organische Substanzen abbauende Bakterien unterschiedlicher Arten in hauchdünnen Filmen an. Dadurch verstopfen die Poren nicht und werden immer von Wasser durchströmt, das Nährstoffe mitbringt und Ausscheidungen abführt. Abgestorbene Bakterien werden abgebaut, die Porenstruktur ist selbstreinigend. In den tieferen Poren wird unter Sauerstoffmangel Nitrat biologisch zu gasförmigem Stickstoff abgebaut. Sera Siporax ist somit eine aufgerollte abbauende Schicht, die mit 1,7 mm Wandstärke genau dem natürlichen Vorbild entspricht und pro Liter 270 m2 Oberfläche für Biofilme bietet. Filtermedien mit größerer Oberfläche als sera Siporax enthalten kleinere Poren, die Biofilme können sich nicht ausbreiten und verstopfen den Wasserdurchfluss, so dass nach wenigen Wochen nur die äußere Oberfläche zur Verfügung steht. Im Laufe der Jahre haben viele Hersteller ähnliche Filtermaterialien auf den Markt gebracht z.  B. Zacomax.

 

Tropfkörper

Im Rieselfilter werden häufig so genannte Tropfkörper eingesetzt. Sie bestehen aus Kunststoff und haben meistens kugelige oder „igelige” Formen. Sie dienen einmal dazu, die große Wassermenge, die nötig ist einen solchen Filter zu betreiben, auf die gesamte Filterfläche zu verteilen und zum anderen als Besiedelungssubstrat für die Abbaubakterien. Diese Filterbälle sind nur für solche Filteranlagen geeignet! Im Topffilter bedeuten sie wenig Fläche bei viel Volumen und da sie aus Kunststoff sind, schwimmen sie auf, wenn sie in einem Filterbecken eingesetzt werden. Unter anderem wegen des großen Volumens bei geringer Wirkung sind Filterbälle und Rieselfilter, mittlerweile aus der Mode gekommen.