Aquascaping

Aquascaping gewinnt in den letzten Jahren immer mehr Anhänger unter den Aquarianern und ist zum Trend geworden.  Aquascaping ist „Landschaftsgärtnern” im Aquarium, die Pflanzen werden nicht einfach nur nach Vorder-, Mittel- und Hintergrundpflanzen sortiert und eingesetzt, sondern man versucht eine Landschaft aus der Überwassernatur in das Aquarium zu kopieren, oder kreiert eine eigene Unterwasserlandschaft. Dazu werden z. B. Wälder, Gebirge, Täler, Flüsse fotografiert und unter Beachtung von symetrischen Gesichtspunkten der Fotografie, Architektur oder Kunst harmonisch in das Aquarium übertragen. Bodendeckende Pflanzen sind ein Ersatz für Wiesen, Moose und Aufsitzerpflanzen werden gern als Laub von Bäumen oder Sträuchern dargestellt. Gute Aquascaper lassen ihr Aquarium von 200 Litern wie eine riesige Gebirgslandschaft wirken und verstehen es, Dekoration und Pflanzen so einzusetzen, dass eine möglichst hohe Tiefenwirkung und 3 Dimensionalität, erreicht wird. Takashi Amano ist wohl der Erfinder des Aquascapings und war über 30 Jahre ein wahrer Meister im Gestalten von Aquarienlandschaften. Man holt sich also ein Stück Natur ins Wohnzimmer und wem das nicht reicht, kann sein künstlerisches Gestaltungspotenzial auch auf Aquascapingmeisterschaften unter Beweis stellen.

 

Technik

Wenn man ein Aquascaping-Aquarium gestalten möchte, reicht die Technik der Standardaquarien meist nicht aus. Um einen gesunden und guten Pflanzenwuchs zu erreichen ist die Anschaffung einer CO2 Anlage fast unumgänglich. Beim Aquascaping wird sehr viel mit bodendeckenden oder roten Pflanzen gestaltet, die einen höheren CO2 Bedarf als andere Pflanzen haben. Generell sollte man, wenn man nicht auf einen schönen Pflanzenwuchs verzichten möchte, das Aquarium zusätzlich mit CO2 anreichern. Um gut wachsen zu können benötigen Pflanzen neben CO2 und Nährstoffen auch eine ausreichende Beleuchtung. Ab etwa 0,5 Watt Licht pro Liter Wasser mit den herkömmlichen T8, T5 oder HQI Beleuchtungen können Pflanzen gut wachsen. Eine Aufrüstung mit mehr Licht lässt sich durch einen weiteren Leuchtbalken oder der zusätzlichen Anbringung von LED-Lichtleisten erreichen. Bei guten LED-Leisten, mit 80 bis 120 Lumen/Watt, reichen etwa 0,22 W/l aus. Beim Aquascaping möchte man so wenig Technik wie möglich im Aquarium sehen, deshalb empfehlen sich bei größeren Aquarien immer Außenfilter, aber auch für kleinere Becken und Nanoaquarien gibt es mittlerweile Außen- oder Anhängefilter. Natürlich sieht man dann noch Ein- und Auslauf des Filters, dachte sich wohl auch Takashi Amano und ließ von seiner Firma ADA Installationszubehör für Filter und CO2 aus Glas herstellen, welche man auch mit handelsüblichen Filtern kombinieren kann.

 

Einrichtung

Eine der wichtigsten Entscheidungen für eine Neueinrichtung ist wohl die Auswahl des Bodengrundes; welche Farbe und vor allem welches Material, ob Kies, Sand, gebrannter Ton oder sogenannte Soils, sind entscheidend für das Pflanzenwachstum und die Langlebigkeit eines Aquariums. Kies mit untergemischtem Bodengrunddünger ist für die meisten Anfänger wohl die einfachste Variante, aber auch gebrannter Ton  kann gut verwendet werden. Soils (Erden) verwenden die meisten Aquascaper, man sollte sich aber vor der Verwendung gut über die Eigenschaften des jeweiligen Soils informieren, da sie die Wasserwerte, wenn auch positiv für das Pflanzenwachstum, stark verändern können. Bei manchen stark aktiven Soils ist z. B. ein 50%iger Wasserwechsel alle 2 – 3 Tage in den ersten Wochen notwendig um die Wasserwerte zu stabilisieren. Die Qual der Wahl hat man auch bei der Suche nach geeigneten Steinen und Wurzeln.

 

Pflanzen

Bei einem Aquascapingaquarium kommen wie erwähnt häufig Bodendeckende Pflanzen zum Einsatz. In den letzten Jahren wurden immer mehr Pflanzen und Moose entdeckt oder gezüchtet, die hervorragend für Nano- oder Aquascapingaquarien geeignet sind. Vorder- und Mittelgrundpflanzen gibt es mittlerweile auch Invitro gezüchtet, was bei Aquarianern immer mehr Zuspruch findet, da diese Pflanzen frei von Algen, Parasiten, Schnecken, Krankheitserregern, und vor allem bei der Garnelenpflege interessant, frei von Pflanzenschutzmitteln sind. Außerdem entfällt das lästige Entfernen der Steinwolle; die Pflanzen und das Wurzelwerk werden dadurch auch weniger beschädigt. Invitro Pflanzen werden unter anderen von der Firma Tropica gezüchtet. Handelt es sich nicht um Invitro Pflanzen, werden die meisten Pflanzen emers gezogen, also über Wasser z. B. im Gewächshaus gezüchtet. Bei vielen Blattpflanzen und auch bei manchen Stengelpflanzen empfiehlt es sich die Blätter kurz über den Wurzeln abzuschneiden, da die Pflanze sonst zu viel Kraft in die alten Blätter steckt und nicht vernünftig anwachsen kann. Wir bieten Ihnen neben den Invitropflanzen noch über 150 weitere Pflanzen- und Moosarten bzw. Züchtungen an. Als beliebte Pflanzen beim Aquascaping zählen: Glossostigma, Hemianthus, Marsilea, Elocharis, verschiedene Alternanthera-, Javafarn- und Anubiasarten, aber auch Hygrophila- und Cryptocorynevarianten.

 

Pflanzenpflege

Es gibt zahlreiche Düngeprodukte für Aquarien. Dabei unterscheidet man zwischen Bodengrund (auch Soil) und Flüssigdünger. Empfehlenswert ist immer eine Kombination aus beidem. Beim Aquascaping werden teilweise sehr anspruchsvolle Pflanzen gepflegt, die eben ein wenig mehr/anderen Dünger brauchen als die „gewöhnlichen” Pflanzen. So werden ausgeklügelte Düngesysteme von verschiedenen Firmen angeboten. Vorraussetzung für die Zugabe der meisten Düngemittel ist eine regelmäßige Überprüfung der Wasserwerte, da Überdüngung schnell zu Algenwachstum, und zu wenig Dünger schnell zum kümmern oder gar eingehen der Pflanzen führen kann. Die Angaben für eine Dosierung eines Düngemittels sind meist für gut bepflanzte Aquarien berechnet worden. Wenig, oder langsam wachsende Pflanzen = weniger Dünger (der Normaldosierung). Verschiedene Utensilien wie Pinzetten, Scheren oder Spatel erleichtern das Einsetzen und die Pflege der Pflanzen. Beim regelmäßigen Zurückschneiden von Pflanzen haben sich gebogene Scheren bewährt, weil diese das Schneiden von bodendeckenden Pflanzen wesentlich erleichtern.

 

Tiere

Aquarianer mit einer „gescapten” Landschaft legen ihr Hauptaugenmerk auf die Gestaltung und Einrichtung ihres Aquariums. Viele Aquarien werden nur mit wenig verschiedenen und meist auch kleinen Fischen besetzt, um das Bild des Betrachters nicht zu stark vom wesentlichen abzulenken. Im freien Schwimmraum findet man sehr oft Schwarm- bzw. Nanofische. Neons, Nacktlauben, Moskitobärblinge sind nur drei Arten einer riesigen Auswahl. Natürlich kann man auch größere Fische einsetzen, man muss aber je nach Beschaffenheit der Pflanzen darauf achten, dass diese nicht beschädigt werden. Ein Ancistrus oder gar wühlende Buntbarsche könnten in den meisten  Aquascape-Aquarien ein wahres Desaster in der Pflanzenlandschaft  anrichten. Informieren Sie sich also vor der Anschaffung der Tiere nach der jeweiligen Verhaltensweise. Garnelen (z. B. Amanogarnelen) werden, nach dem Vorbild von Takashi Amano, gern als Algenfresser eingesetzt. Aber auch Zebrarennschnecken oder vor allem Geweihschnecken, sind wahre Algenvertilger und helfen, nicht nur, dem Aquascaper, sein Aquarium „sauber” zu halten.

 

Fazit

Aquascaping ist für viele Aquarianer ein Designen ihres Aquariums, für manche eine Herausforderung, und für andere gar eine Philosophie. Jedem Aquarianer bietet das „Landschaftsgärtnern” im Aquarium eine Alternative zur „normalen” Aquariengestaltung. So ist vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen für jeden etwas dabei. Auch mit einfachen, nicht so licht- und pflegebedürftigen Pflanzen kann man mit etwas Kreativität ein Aquacsape-Aquarium gestalten und auch auf lange Zeit pflegen. Natürlich gelten auch für Scape-Aquarien die Grundlagen der Aquaristik und Einlaufzeit, Besatz und Pflegemaßnahmen müssen genauso eingehalten werden wie bei jedem Aquarium.